Hab den ersten Start des Schuttle live im TV gesehen (Young/Crippen), war live bei der Challenger Katastrophe dabei und werde hoffentlich nie vergessen wie Story Musgrave und Co. dem Hubble Teleskop die "Kontaktlinsen" verpasst haben!
Irgendwann Mitte dieses Jahres wird der letzte Space Shuttle Flug erfolgen - ziemlich genau 30 Jahre nach dem Erststart. Wird es in Zukunft keine wiederverwendbaren Raumtransporter geben? Ist das Konzept tot?
Auf Deutschlandfunk gabe es hierzu heute ein sehr interessantes Feature zu diesem Thema, welches Ihr hier nachhören könnt. Um es vorwegzunehmen: Es gibt interessante Forschungsansätze - unter anderem aus Deutschland. Aber ein Shuttle2 wird es kurzfristig nicht geben.
Heute abend habe ich ein beeindruckendes Himmelsschauspiel gesehen: Die beiden deutschen Schwester-Satelliten TerraSAR-X und TanDEM-X im Formationsflug. TerraSAR-X wurde im Jahr 2007 gestartet und kartiert die Erdoberfläche mit einem Radar-Instrument. Mitte 2010 folgte der fast baugleiche TanDEM-X nach. Beide Satelliten haben fast identische Orbits, so daß sie einen Formationsflug mit einem gegenseitigen Abstand von nur rund 350 Metern absolvieren. Durch synchrone Aufnahmen von beiden Satelliten aus läßt sich ein sehr genaues Höhenmodell der Erdoberfläche erstellen.
Doch nun zurück zum heutigen Himmelsspektakel. Ein Kollege von mir - seines Zeichens Projektleiter bei TanDEM-X - meint vor kurzem, daß man beide Satelliten mit bloßem Auge als vorbeiziehende Lichtpunkte über den Nachthimmel sehen kann. Das habe ich zunächst nicht geglaubt, aber mich heute abend eines Besseren belehren lassen!
Cool, was da ich daüber den ESA Newsletter bekommen habe: Die ESA hat ein Java-Programm namens JHelioviewer veröffentlicht, mit welchem man auf die Sonnenbilder des europäisch-amerikanischen Satelliten-Sonnenobservatoriums SOHO (Solar and Heliospheric Observatory) zugreifen kann. SOHO befindet sich im sog. Lagrange-Punkt L1 genau auf der Verbindungslinie Erde-Sonne und kann daher die Sonne permanent und ungestört beobachten. Hierzu befinden sich auf den Satellit eine ganze Reihe von Kameras und andere wissenschaftliche Experimente. SOHO ist mittlerweile seit mehr als 10 Jahren im Einsatz und hat das Verständnis der Wissenschafler über die Sonne ernorm bereichert. Außerdem läßt es sich als Frühwarn-System für Sonnenstürme verwenden. Manchmal bringen Partikelausbrüche der Sonne das Magnetfeld der Erde durcheinander. Daneben lassen sich auch auf die Daten des Anfang diesen Jahres gestarteten US-Sonde SDO (Solar Dynamic Observatory) zugreifen.
Die Bilder und Videos von SOHO haben aber auch einen äußerst großen ästhetischen Wert:
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In Sachen Raumfahrt läuft ja in diesem Monat eine ganze Menge über den Ticker. Zuerst setzen die Russen drei Ihrer GLONASS-Satelliten in den Sand in den pazifischen Ozean, weil Sie die Startrakete - eine Proton - falsch programmiert haben. Einen Tag vorher hieß es kurz nach dem Start noch, daß das GLONASS-System, welches analog zum amerikanischen Satelliten-Positionierungsdienst GPS arbeitet, nun vollständig bestückt sei. Schadenfreude ist hier aus europäischer Sicht sicherlich fehl am Platz ... wir müssen erst einmal soweit kommen wie die Russen.
Auch weiter im Osten ist man vom Pech verfolgt. Die Japaner haben eine Sonde namens Akatsuki (Planet-C) zur Venus geschickt. Dort sollte sie eigentlich abgebremst und in einen Orbit um unseren Schwesterplaneten einschwenken. Dieses Manöver war offenbar nicht erfolgreich. Eine zweite Chance gibt es offenbar in sechs Jahren, wenn die Sonde ein weiteres Mal an der Venus vorbeikommt. Das erscheint aber fraglich, denn die Missionsdauer an der Venus war ursprünglich für zwei Jahre ausgelegt und offenbar durch die Lebensdauer der Batterie beschränkt. Ziel der Sonde war es, die Zirkulationen in der dichten Atmosphäre der Venus zu untersuchen. Dafür war sie u.a. mit einer ganzen Phalanx von Kameras und einem Radioexperiment ausgerüstet.
Aber es gibt auch gute Nachrichten: Die Firma SpaceX hat nicht nur erfolgreich eine Raumkapsel (Dragon) im Weltraum ausgesetzt, sondern dies auch noch mit einer eigenen Trägerrakete vollbracht - der Falcon 9. Naja, kleinen Schönheitsfehler gibt es dann wohl doch noch: Das Aussetzen fand auf einer niedrigeren Höhe statt, als geplant (Quelle: Wikipedia). Mit der Dragon könnten zukünftig bemannte Versorgungsflüge zur ISS durchgeführt werden.
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